Der Gärprozess entscheidet - immer in Verbindung mit der Rezeptur einerseits und dem Backprozess andererseits - zu einem ganz erheblichen Anteil über das spätere Aussehen und Aroma der Backwaren. Daher kommt es bei der Planung einer industriellen Fertigungsanlage sehr darauf an, dass sie besonders beim Gärsystem punktgenau den Anforderungen von Kunde und Produkt(en) entspricht und dass sie die erforderliche Flexibilität beim Gären unterstützt.
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GehängegäranlageAn erster Stelle ist die klassische Gehängegäranlage zu nennen, bei der Körbe, Trögel, Bleche, Kästen oder Dielen mittels einer Kette mäanderförmig durch den Gärraum geführt werden. Die Produkte, typischerweise Brot, Batone und Toastbrot, aber auch Brötchen, Donuts oder Krapfen /Berliner, durchlaufen gleichmäßig alle Temperaturzonen und lassen sich falls notwendig einfach wenden. Die Gärzeit ist allerdings, da sie an eine feste Strecke gekoppelt ist, nicht veränderbar. Und Bäcker sollten wissen, dass Körbe etc. in gewissen Abständen gereinigt werden müssen. Dafür kann dieses System mit einem geringen Platzbedarf punkten. Die mäanderförmige Führung macht unterschiedliche Dimensionierungen und eine vergleichsweise kleine Grundfläche möglich. Zudem lässt sich die Anlage auch direkt über dem Backofen aufbauen. MIWE Deck- oder BändergäranlagenIn den MIWE Deck- oder Bändergäranlagen werden die Produkte auf geradem Weg direkt auf einem Transportband oder auf Blechen/Dielen durch die Gärzelle transportiert. Entscheidender Vorteil: In beiden Fällen lassen sich Lösungen mit mehreren Etagen realisieren, damit sind individuelle Gärzeiten bei unterschiedlichen Produkten möglich. Und das Beste: Selbst beim Transport ohne Bleche/Dielen gibt es keine Produktverformung bei empfindlichen Produkten wie Pizza oder Brezeln. Die Reinigung der Systeme ist einfach, dafür ist der Platzbedarf einer Bändergäranlage relativ hoch und für Be- und Entladung muss eine eigene Ladetechnik vorgesehen werden. Außer für Brezeln und Pizzen werden solche Anlagen vor allem für Feingebäck und freigeschobene Spezialbrötchen genutzt. MIWE Paternoster- oder Step-Gärsysteme Ebenfalls für Feingebäck und Croissants, aber auch für Baguettes und generell für alle Produkte auf Blechen/Dielen sind MIWE Paternoster- oder Step-Gärsysteme erste Wahl. Dabei werden die Bleche/Dielen in einen Turm eingeschoben und wie bei einem Paternoster Schritt für Schritt nach oben transportiert. Oben angekommen, gelangen die Bleche in einen zweiten Turm und dort schrittweise wieder nach unten. Da die Schrittgeschwindigkeiten individuell einstellbar sind, realisiert eine MIWE Step-Gäranlage ganz unterschiedliche Gärzeiten. Und solange die Außenabmessungen gleich sind, können sogar verschiedene Bleche/Dielen benutzt werden. Wegen seines turmartigen Aufbaus kommt das System mit wenig Grundfläche aus, braucht dann allerdings reichlich Raum in der Höhe. MIWE SpiralgäranlagenAls vierte Variante bieten wir Spiralgäranlagen, bei denen die Produkte auf Blechen oder direkt auf dem Band auf einer aufsteigenden Spirale nach oben und von dort auf einer gegenläufigen, absteigenden Spirale wieder nach unten transportiert werden. Die Anlagen erreichen über individuelle Geschwindigkeiten flexible Gärzeiten und werden meist für Croissants und Feingebäck genutzt. Allerdings ist zu beachten, dass verformungssensible Produkte, wie Brezeln, beim Transport direkt auf dem Band wegen der kreisförmigen Geometrie der Förderstrecke in der Spirale häufig etwas verzogen und auch in der Lage verschoben werden. Spiralgäranlagen sollten daher nicht eingesetzt werden, wenn die Produkte am Auslauf eine präzise definierte, stets gleichmäßige Lage haben müssen. Die Reinigung gestaltet sich durch automatisierbare Bandwaschsysteme recht einfach. |
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