Ertragslage verbessern und die Umwelt geschont

Zum Jahresbeginn 2010 hatte MIWE den neuen Geschäftsbereich MIWE energy ins Leben gerufen. Sein erklärtes Ziel: Den Bäckern das Leben leichter zu machen mit Beratung, Engineering und Systemen für die Energieeinsparung in der Backstube, ihre Ertragslage zu verbessern und dabei zugleich Qualität und Prozesse zu sichern. Nach nur zehn Monaten zieht man bei MIWE eine erste Bilanz: Schon die bislang installierten Kundenanlagen sorgen für eine jährliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes um mehr als 500 Tonnen - oder anders ausgedrückt: für eine jährliche Einsparung von 833 MWh Energie - und spülen den Bäckern entsprechend eine Menge Geld zurück in ihre Taschen.

„Wir haben uns äußerst erfolgreich als die Spezialisten fürs Energiesparen in der Backstube etablieren können," resümiert MIWE Geschäftsbereichsleiter Eike Zuckschwerdt. „Dabei haben uns vor allem vier Dinge geholfen: Zum ersten verfügen wir mittlerweile über das umfassendste Portfolio an Energiesparkomponenten für die Backstube überhaupt. Und wir verstehen diese Komponenten auch alle sehr genau, weil wir sie selbst entwickelt haben und größtenteils auch selbst fertigen. Zum zweiten schätzen die Bäcker, dass wir außer von den Energieflüssen in der Backstube auch vom Teig und seiner Klimatisierung, also vom Gären, Kühlen, Frosten und Backen, eine ganze Menge verstehen. Zum dritten sehen die Bäcker sehr genau, dass unsere Arbeitsweise, erst einmal gründlich den Ist-Zustand in der Backstube zu analysieren und dann aus dieser umfassenden Kenntnis heraus das für den individuellen Einzelfall optimale Verbundsystem zu entwickeln, der einzig richtige Weg zur nachhaltigen Energieeinsparung ist. Und schließlich haben unsere Kunden sehr positiv darauf reagiert, dass wir ihnen keine Husch-husch-Investitionsentscheidung aufzwingen, sondern ihnen in Ruhe ihre Möglichkeiten erläutern und sie so in die Lage versetzen, für sich selbst eine begründete Entscheidung zu treffen."

Mit dieser Vorgehensweise hat MIWE energy innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Bäckern gewinnen und überzeugen können, vorerst vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz (einige weitere Länder stehen für das kommende Jahr fest auf der Agenda). Dabei habe sich, so Zuckschwerdt, immer wieder gezeigt, dass der Investitionsaufwand für Energierückgewinnungs- und Energieverbundsysteme überschätzt wird, weil die vor allem bei Neuanlagen damit einhergehenden Kostensenkungen (z. B. die Möglichkeit, nur noch einen Kamin für alle Backöfen anschließen zu müssen) in die Überlegungen gar nicht einbezogen würden.
Um mit gutem Beispiel voranzugehen, hat MIWE übrigens zeitgleich intern auch ein Programm zur Energieeinsparung gestartet, das eine jährliche Senkung des Energieverbrauchs um fünf Prozent vorsieht. Eine neu installierte Photovoltaikanlage auf dem Dach des Firmengebäudes trägt dazu ihr Teil bei.

Neben den Wärmerückgewinnungssystemen im Backofenumfeld, also dem Rauchgaswärmetauscher MIWE eco:box und dem kombinierten Schwaden-Rauchgas-Wärmetauscher MIWE eco:nova, wird MIWE zur Südback auch ein „kleines" Kälte-Wärme-Verbundsystem vorstellen. Dieses führt die Abwärme aus Kälteanlagen einer naheliegenden Nutzung in Gär- und Kälteanlagen zu und hilft dabei, die teuerste Energieform überhaupt, nämlich Strom, einzusparen.

Dass Kompressionskälteanlagen Wärme erzeugen, lässt sich an jedem Kühlschrank nachvollziehen. Irgendwo muss die Wärme nun einmal hin, die dem Kühlraum und insbesondere den darin eingebrachten, teilweise ofenwarmen Backwaren entzogen wird. Herkömmliche Bäckerkälteanlagen machen aus dieser Überschusswärme ähnlich wenig wie der Kühlschrank zu Hause: Nichts. Sie geben sie einfach an die Umgebung ab.

Diese Abwärme lässt sich allerdings sehr wohl nutzen. In vielen Fällen kann die aus der Kälte gewonnene Wärme ganz prozessnah weiterverwendet werden, und zwar im Bereich der warmen Teigklimatisierung, sprich beim Gären. MIWE hat dazu eine Reihe von passgenauen Komponenten entwickelt, die sich zu geschlossenen Kreisläufen zusammensetzen und dabei an alle Betriebsgrößen, Verfahrensabläufe und jeglichen Sortimentsbedarf individuell anpassen lassen.

Dazu zählt die schon auf der IBA 2009 vorgestellte Wärmerückgewinnungseinheit MIWE eco:recover, die die Abwärme der Kälteanlage(n) nutzt und daraus Warmwasser im Temperaturbereich bis ca. 55 °C erzeugt. Neu hinzu kommt jetzt das Spezialheizregister MIWE eco:proof. Es nutzt das so erzeugte Warmwasser kann in allen temperierten Klimatisierungszellen, vom Gärraum MIWE GR über den Klimaraum MIWE KR und den Gärunterbrecher MIWE GUV bis hin zum Gärvollautomaten MIWE GVA, als Unterstützung oder sogar als vollständiger Ersatz für die herkömmliche elektrische Beheizung eingesetzt werden. Selbstverständlich kann auch Abwärme aus anderen Quellen, beispielsweise aus der MIWE eco:nova, in diesen Kreislauf eingebunden werden. MIWE hat zwischenzeitlich auch eine ganze Reihe von Fremdfabrikaten nachträglich mit einem solchen Heizregister ausgestattet - durchweg zur Zufriedenheit ihrer Besitzer. Denn neben den reduzierten Stromkosten registrieren die Anwender auch eine Verbesserung des Gärklimas, weil die Warmwasserheizung eine „sanftere" Wärme abgibt als die herkömmliche Heizung mit elektrischen Heizstäben.