Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hat MIWE zwar zu spüren bekommen, dank eines Gesamtumsatzes von rund 76,5 Mio. Euro und einer nach wie vor kompletten Eigenfinanzierung, aber keinerlei Schaden genommen. Vor allem das Inland trug zu dem guten Ergebnis bei. Die Inlandsumsätze erreichten das vorgegebene Jahresziel, wobei insbesondere im Bereich Backstationen sogar Zuwächse zu verzeichnen waren. Demgegenüber zeigte sich bei den Auslandsumsätzen in bisher starken Wachstumsmärkten (vor allem in den USA und in Russland) die von der Krise verursachte allgemeine Investitionszurückhaltung. Die Exportquote ging von bisher 55 auf jetzt 47 % zurück. Der neu aufgestellte, professionelle Einkauf konnte die Auswirkungen der Wirtschaftskrise teilweise abfedern. Einige Großaufträge (wie der über eine vollautomatische Anlage zur Brezelherstellung mit einer Stundenkapazität von mehr als 10.000 Stück, für die MIWE neben der Gär-, Absteif- und Backofentechnik auch die gesamte Transport- und Kältetechnik geliefert hat und der über einen Durchlaufofen mit automatischer Gäranlage für eine bedeutende deutsche Handelsbäckerei) taten ein Übriges. Zu betriebsbedingten Entlassungen kam es jedenfalls nicht, lediglich in Teilbereichen am Standort Arnstein wurde vorübergehend für fünf Monate Kurzarbeit eingeführt.
Im Übrigen hat MIWE die Zeit genutzt, um sich mit durchgreifenden innerbetrieblichen Modernisierungen, neuen internationalen Aktivitäten, einem völlig neuen Geschäftsbereich und einer ganzen Reihe neuer, innovativer Produkte für die zukünftigen Märkte zu rüsten.
MIWE synchro - Optimierung in Produktion und Verwaltung
„Freier atmen - Klarer sehen - Erfolgreicher arbeiten" - das ist das Motto von MIWE synchro, einem mit großen Nachdruck von der Geschäftsführung auf den Weg gebrachten Verbesserungsprozess in Produktion und Administration, der vor allem eines zum Ziel hat: Zeit- und Platzverschwendung und unnötige Umwege zu vermeiden und dadurch die Hände und den Kopf frei zu bekommen für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Davon profitieren sollen in erster Linie die MIWE Kunden: Durch noch mehr Qualität und durch bessere, raschere Ergebnisse. Nach einer Pilotphase in Teilen der Produktion (begonnen 2008) ist MIWE synchro im aktuellen Geschäftsjahr konsequent und Schritt für Schritt in allen übrigen Abteilungen von MIWE angekommen. Die Resonanz der Mitarbeiter ist überaus positiv. Ziel von MIWE synchro ist es, die Arbeitsplätze, die Zusammenarbeit und die Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass sich mit dem eingesetzten Aufwand das maximale Ergebnis erreichen lässt. MIWE synchro besteht aus vier aufeinander aufbauenden Stufen, die nacheinander abgearbeitet werden. Jede Abteilung, jedes Büro in Produktion und Verwaltung durchläuft diese Stufen in der vorgegebenen Reihenfolge. In der ersten Stufe geht es darum, die Selbstorganisation zu verbessern. Jeder Arbeitsplatz wird dabei unter ergonomischen Gesichtspunkten optimal organisiert, jede Form von Umweg oder Verschwendung vermieden. In einer zweiten Stufe werden gemeinsam Regeln und Vereinbarungen für die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz entwickelt, nach denen sich alle Mitarbeiter zukünftig zu richten haben. Für alle wiederkehrenden Aufgaben werden verbindliche Standards formuliert, die den Mitarbeitern die tägliche Arbeit erleichtern. Die dritte Stufe gilt klaren, transparenten und geschmeidigen Prozessen. Es geht beispielsweise darum, die Anzahl der Prozess-Schnittstellen zu reduzieren, die Durchlaufzeiten zu verringern und die Qualität der Ergebnisse zu verbessern. Aus der Verbesserung der Prozesse werden in einer vierten Stufe diejenigen Kennzahlen hervorgehen, die zuverlässig Auskunft geben über die Leistungsfähigkeit in jedem einzelnen Aufgabenbereich. Sie dienen jedem Einzelnen in seinem Team zur Beurteilung und zur Steuerung seiner eigenen Arbeit.
Erste Resultate von MIWE synchro sind bereits greifbar. Bei den Backstationen, die sich als höhergradig standardisierte Produkte für eine strenge Linienführung auch besser eignen als beispielsweise der Anlagenbau mit seinen stets individuellen, kundenspezifischen Lösungskonzepten, wurden im Zuge der Einführung von MIWE synchro konsequent Optimierungspotentiale in der Produktion identifiziert und ausgeschöpft. Die Fertigungseffizienz stieg auf diese Weise um 15 bis 20 %, die Durchlaufzeiten sanken entsprechend um bis zu 30 %. Bei den Stikkenöfen konnte die Losgröße schon jetzt von 45 auf 6 reduziert werden; der Verbesserungsprozess ist aber noch keineswegs abgeschlossen. Zugleich ist MIWE dabei, das Variantenspektrum im Produktportfolio zu straffen - allesamt Maßnahmen, die den Kundeninteressen zuarbeiten, indem sie Kosten senken und Fertigungszeiten beschleunigen.
Preiswürdig und innovativ: Ausbildung bei MIWE
Auf qualifizierte Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter legt MIWE von jeher großen Wert. Wie erfolgreich und konsequent das Unternehmen dabei ist, hat die Fachjury des Südthüringer Wirtschaftspreises (MuT) überzeugt. MIWE setzte sich unter 35 Bewerbern durch und durfte im Sommer 2009 den MuT-Preis in der Kategorie „Fachkräfte sind Zukunft" von Ministerpräsident Dieter Althaus in Suhl entgegennehmen. Der Unternehmerpreis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal von der IHK, der Handwerkskammer Südthüringen und den regionalen Zeitungen „Freies Wort" sowie „Südthüringer Zeitung" verliehen.
Ein Zeichen für die hohe Bedeutung, die man der betrieblichen Ausbildung beimisst, ist auch die Einrichtung des neuen Ausbildungsganges eines Produktionstechnologen in Meiningen. Wir wissen, dass in Zukunft Mitarbeiter gefragt sind, die über eine weit gestaffelte Mischung aus Technologie-, Organisations- und IT-Kompetenz verfügen und so die Stabilität der Produktionsprozesse und die Qualität der Produkte sicherstellen können. Vor dem Hintergrund dieser Zukunftsanforderungen wurde das neue Berufsbild Produktionstechnologe ins Leben gerufen. MIWE hat sich unter Federführung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und unter Mitwirkung weiterer Mitgliedsfirmen sowie von Wirtschafts- und Sozialpartnern an der Konzeption dieses neuen Ausbildungsberufs beteiligt. Das Werk in Meiningen gehörte zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die die Ausbildung zum Produktionstechnologen aufgenommen haben.
Neuer Geschäftsbereich: MIWE energy
Neben den bisherigen Geschäftsbereichen Standard (Ladenbackstationen, Chargen- und Stikkenöfen), Bäckerkälte und Anlagenbau (Produktionsbacköfen, Beschickungssysteme, Durchlaufbacköfen) hat MIWE im Geschäftsjahr mit MIWE energy einen neuen Geschäftsbereich auf den Weg gebracht, der sich in erster Linie mit Konzepten und Lösungen für die Verbesserung des Energieverbrauchs in den Backstuben befasst. Ausgangspunkt dafür war die Beobachtung, dass Bäckereien zu den großen Energieverbrauchern im produzierenden Gewerbe zählen und dass sie den Löwenanteil der Energie vor allem mit Backöfen (Gas, Öl, Strom) und mit Bäckerkältetechnik (Strom) nutzen. Die Aufwendungen für Energie zählen schon heute zu den größten Kostenblöcken in der Backstubenkalkulation, und sie werden umso kostspieliger, je mehr die Energiekosten zukünftig wieder steigen. Getreu dem Firmenmotto, dass MIWE das Bäckerleben einfacher macht, ist das Ziel der Aktivitäten von MIWE energy die Senkung des Energieverbrauchs und damit die Verringerung des CO2-Ausstoßes in der Bäckerei. Das lohnt sich, obwohl MIWE Backöfen schon heute zu den effizientesten Energienutzern in der Backstube gehören. Fernziel ist, analog zu den Entwicklungen im Bausektor, die Errichtung einer „Niedrigenergiebäckerei". Der Fokus von MIWE energy ist anfänglich auf die deutschsprachigen Märkte, also Deutschland, Österreich und die Schweiz, beschränkt.
MIWE energy begnügt sich allerdings nicht mit einer Handvoll beispielsweise für die Wärmerückgewinnung tauglicher Systemkomponenten, sondern geht das Thema Energie in der Backstube ganzheitlich an. MIWE energy ist eine umfassende Beratungs- und Engineering-Dienstleistung für Bäcker, die die verzweigten Zusammenhänge in der Backstube kompetent überblickt, aus dem ganzen Reservoir der energietechnischen Möglichkeiten schöpfen kann und dabei stets auch die technologischen Erfordernisse beim Gären, Backen und Frosten im Blick behält - nicht ganz unwichtig bei einem so empfindlichen Rohstoff wie Teig. MIWE begleitet den Bäcker durch den kompletten Prozess der energetischen Optimierung seiner Backstube, von der Ist-Aufnahme der aktuellen Energiesituation über die Entwicklung des optimalen Einsparkonzeptes, die Planung der neuen Anlage bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und Wartung des ganzen Systems. Das Konzept fußt dabei auf den vier Säulen Energieeffizienz, Energierückgewinnung, Kraft-Wärme-Kopplung und Alternative Energieträger. Aus diesen breitem Fundus an Systemen und Ansätzen lässt sich für jeden Betrieb, jeden Bedarf und jedes Budget die bestgeeignete Lösung entwickeln.
Bevor Wärme zurückgewonnen wird, sollte die effiziente Nutzung der Energie sichergestellt sein. MIWE versteht das als Aufgabe, nicht nur die einzelnen Bestandteile seines eigenen Produktportfolios energetisch so weit als irgend möglich zu optimieren, sondern auch im eigenen Unternehmen möglichst sparsam mit Energie umzugehen. Eine Solaranlage auf dem Firmendach ist daher in Planung. Für die eigenen Produkte haben wir eine jährliche Senkung des Energieverbrauchs um 5 % als Ziel festgeschrieben. Erstes Ergebnis dieser Bemühungen ist der neue, energetisch optimierte Stikkenofen MIWE roll-in e+, der an anderer Stelle (siehe Produktinnovationen) ausführlicher vorgestellt wird.
Bei den Wärmerückgewinnungssystemen war MIWE bereits im Jahr zuvor in Vorleistung gegangen und hatte mit der MIWE eco:nova ein hoch effizientes, speziell für die Backstubensituation entwickeltes, nämlich Schwaden und Rauchgas getrennt verwertendes System auf den Markt gebracht, das mit einem hohen Wirkungsgrad große Teile der zum Backen eingesetzten Energie einer weiteren Nutzung in Form von Warmwasser zuführt. Dieser mittlerweile in vielen Installationen bewährten Anlage hat MIWE unterdessen weitere Systeme zur Seite gestellt: die MIWE eco:box, einen reinen Rauchgas-Wärmetauscher mit hohem Wirkungsgrad, die MIWE eco:recover, die die Abwärme aus Kompressionskälteanlagen nutzt, und die MIWE eco:freeze, eine Absorptionskälteanlage, die in der Lage ist, Abwärme hoher Temperatur in Kälte umzuwandeln - eine technologische Innovation, die die Juroren der IBA trophy 2009 mit einem Innovationspreis „für eine herausragende, neue Lösung im Bereich der Energierückgewinnung" ausgezeichnet haben.
Weil die energetische Optimierung in Bäckereien, wenn sie die Qualität der Produkte und die Sicherheit der Prozesse nicht beeinträchtigen soll, ein komplexes Unterfangen ist, gibt es all diese Komponenten allerdings nicht von der Stange, sondern nur eingebunden in eine gründliche energetische Beratung. Als Einstieg bietet MIWE den so genannten MIWE energy:check an, eine elementare Bilanz zur Energiesituation in der Backstube, aus der der Bäcker entnehmen kann, wo er im Vergleich mit seinen Energieverbräuchen steht und welche Maßnahmen in seinem individuellen Fall den größten Erfolg versprechen. Das Eingabeformular für den energy:check steht online zur Verfügung und kann von jedem interessierten Bäcker ausgefüllt werden.
Bei weitergehendem Interesse bietet MIWE seinen Kunden die MIWE energy:analysis an, eine genau und gründliche Aufnahme aller energetisch relevanten Daten vor Ort. Auf der Basis dieser Analyse entwickelt MIWE Lösungsvorschläge, wie die energetische Optimierung in der betreffenden Bäckerei aussehen kann. Entscheidet sich der Bäcker zur Durchführung der Maßnahme, setzt MIWE den Lösungsvorschlag in eine durchgearbeitete Planung um (energy:concept) und führt den Auftrag auch bis hin zur Inbetriebnahme und zur Wartung der Systeme aus.
Internationalisierung
Mit der Gründung einer eigenen Tochter in Italien und der erfolgreichen Aufnahme des operativen Geschäftes in Frankreich, das sich von Anfang an sehr gut entwickelt, hat MIWE seine internationale Präsenz weiter verbreitert und die Zugangsmöglichkeiten zu wichtigen Nachbarmärkten mit einer lebendigen Brotkultur deutlich verbessert. Daneben haben sich der Nahe und der Mittlere Osten als stabile, zusätzliche Säulen des Außenumsatzes etabliert. China zählt für MIWE nach wie vor zu den Märkten, die es zu beobachten, aber nicht um jeden Preis kurzfristig zu erobern gilt.
Für die Veränderungen in der Welt der Bäcker sieht sich MIWE nach wie vor bestens gerüstet. Demographische Entwicklungen, dazu durchgreifende Veränderungen der Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten, die wachsende Bedeutung des Handels im Backwarenbereich und die Zunahme gastronomischer Konzepte im Bäckerumfeld stellen eine große Herausforderung für die klassisch handwerklich organisierten Backstuben dar, deren Zahl in den deutschsprachigen Ländern kontinuierlich abnimmt und in den internationalen Märkten ohnehin kaum eine Rolle spielt. Getreu dem Leitsatz, dass MIWE überall dort zu Hause ist, wo professionell gebacken wird, bietet das Unternehmen allen Betriebsformen Werkzeuge, Anlagen und Konzepte für je eigene Erfolgsstrategien an, dem handwerklichen Produzenten ebenso wie dem Filialisten, den industriellen Fertigern oder Gastronomiebetrieben mit den unterschiedlichsten Geschäftsmodellen.
Die zunehmende Internationalisierung des Backens schlug sich auch bei den Kontakten auf der IBA 2009 in Düsseldorf nieder, wo nicht nur die Qualität und Kompetenz der Fachgespräche deutlich zugenommen hat, sondern auch der Anteil und die Vielfalt des internationalen Publikums. MIWE hat seine Produkte und Dienstleistungen daher ganz gezielt auch auf zahlreichen internationalen Messen vorgestellt, z.B. Modern Bakery (Moskau, Russland), Bakepol (Kielce, Polen), Anuga (Köln), Mobac (Osaka, Japan), Fooma (Tokyo, Japan), Salon de la Boulangerie (Paris, Frankreich), Internorga (Hamburg), Artoza (Athen, Griechenland), Gulfood (Dubai, VAE), Indagra (Bukarest, Rumänien), Broodway (Kortrijk, Belgien), ibex (Teheran, Iran) und Hofex (Hong Kong, China).
Produktinnovationen
Neben den bereits angesprochenen Produkten des neuen Geschäftsbereichs MIWE energy hat MIWE im Berichtszeitraum eine Vielzahl weiterer Verbesserungen und Produktinnovationen vorgestellt.
Vom MIWE energy Gedanken inspiriert ist der völlig neu entwickelte Stikkenofen MIWE roll-in e+. Energie sparen fängt bekanntlich bei der effizienten Energienutzung an. Nach diesem Grundsatz haben die MIWE Entwickler den ohnehin sparsamen Stikkenofen MIWE roll-in einer noch weiter gehenden energetischen Optimierung unterzogen und damit den mutmaßlich sparsamsten Backofen der Welt geschaffen. Sein Herzstück ist ein zum Patent angemeldeter, zusätzlicher Rauchgaskanal an der rückwärtigen Wand, in dem jetzt auch die Schwadeneisen untergebracht sind. Der ohnehin beeindruckende feuerungstechnische Wirkungsgrad des roll-in erhöht sich damit noch einmal um ca. 5 %, die Anschlussleistung des Backofens sinkt von 85 auf 70 kW. Auch die Luftführung wurde weiter optimiert, so dass die MIWE aircontrol nun noch effizienter und noch feiner dosierbar die Luftumwälzung steuert. Versuche haben gezeigt, dass die Backraumtemperatur damit um bis zu 15 °C niedriger eingestellt werden kann - bei gleichem Backergebnis. In der Summe ergibt sich gegenüber dem Vorgängermodell so eine Energieeinsparung von noch einmal bis zu 15 %. Angenehme Nebeneffekte kommen hinzu: Die Lebensdauer des Heizregisters wird verbessert und die Gleichmäßigkeit des Backergebnisses nimmt zu und sie bleibt auch dann noch stabil, wenn die Schwadeneisen schon erste Anzeichen von Verkalkung zeigen. Der neue Backofen hat in kurzer Zeit die Herzen der Bäcker erobert und sich zum umsatzstarken Paradepferd von MIWE entwickelt.
Die neue Computersteuerung MIWE TC, die bislang nur in Backöfen zum Einsatz kam, wurde jetzt auch in den Anlagen der MIWE Bäckerkälte implementiert - mit einer ganzen Reihe bedeutsamer Verbesserungen für die Praxis, die keineswegs nur den erhöhten Bedienkomfort betreffen. Die neue Steuerung ist deutlich leistungsfähiger als ihre Vorgängerin; sie erlaubt daher feinere Messfühler und höhere Messgenauigkeiten. Temperatur-Feuchte-Profile können damit deutlich genauer als bisher geregelt werden. Noch klimapräziser wird eine MIWE Kälteanlage mit dem so genannten „energy-Paket", das es zu der neuen MIWE TC gibt. Denn damit hat der Bäcker die einzigartige Möglichkeit, bei seinen Kälteprozessen die Temperaturdifferenz zwischen Verdampfer und Raum, das vielzitierte „Delta-t", genauestens für die Anforderungen des jeweiligen Klimatisierungsprogrammes bzw. Produktes einzustellen, also beispielsweise eine höhere Temperaturdifferenz beim Schockfrosten und eine niedrigere bei der Langzeitführung - und das ganz individuell für jeden einzelnen Programmabschnitt. Die Kälteanlage folgt daher mit diesem energy-Paket höchst exakt und ohne jedes Unter- oder Überschwingen der eingestellten Sollkurve. Das hat zwei ganz wesentliche Effekte: Zum einen arbeitet der Verdampfer mit dieser Ansteuerung immer im optimalen Leistungsbereich. Er wird weniger belastet, braucht entsprechend weniger Energie und erreicht eine höhere Lebensdauer. Wichtiger noch ist die Konsequenz für die Produkte: Je geringer das besagte „Delta-t" zwischen Verdampfer- und Raumtemperatur ausfällt, desto weniger Feuchte wird den Produkten entzogen. Genau dieser Feuchteentzug aber ist bei vielen Kälteanlagen ein Problem, das üblicherweise mit komplizierten Luftführungen oder umständlichen Rückbefeuchtungen „gelöst" wird. Eine solche „Reparaturbefeuchtung" ist bei einer Anlage mit MIWE TC und energy-Paket nicht mehr nötig. Der Qualitätszugewinn fällt signifikant aus und wird von allen Anwendern einhellig bestätigt. Hinzu kommt die Vielfalt der Führungsarten: Die 8 Prozessabschnitte mit ihren bis zu 12 Steuerparametern sind bei der MIWE TC beliebig kombinierbar und dabei auch mehrfach hintereinander nutzbar. Damit sind alle derzeit gängigen Führungsverfahren und auch alle künftigen (!) auf einfachste Weise zu realisieren. So viel Flexibilität bietet derzeit kein anderes System am Markt. Die MIWE TC wird in der Kältetechnik überall dort angeboten, wo sie ihre Stärken ausspielen kann, also bei allen Anlagen, die kontrollierte Temperatur-Feuchte-Kurven abfahren. Das ist insbesondere beim Gärvollautomat MIWE GVA, beim Gärverzögerer MIWE GV, bei der Gärunterbrechungs-Anlage MIWE GUV und beim Schockfroster MIWE SF der Fall. Wegen der völlig neuen Systemtechnik ist die MIWE TC nur bei Neuanlagen erhältlich.
Ebenfalls neu im Programm ist der vollkommen überarbeitete Thermoöl-Wagenofen MIWE thermo-static, der in vielen Details und daher auch in der Summe seinen Vorgänger noch einmal ein gutes Stück überragt. Hygienisch plane Fronten, eine flexibel links oder rechts von der Backkammer oder auch als Satellit frei im Raum platzierbare Bediensäule, die bis zu zwei Backöfen steuern kann, eine Tür mit cleverem Hebemechanismus und nachjustierbarer Dichtung, eine Bodenwanne aus hochwertigem V4A-Edelstahl, darunter eine hochgradig dämmende Multitherm-Isolationsmatte, die neue, vollkommen überarbeitete Luftführung im Innenraum, die zusammen mit dem zweistufigen, zuschaltbaren Turbogebläse für noch mehr Gleichmäßigkeit und noch mehr Flexibilität sorgt, der MIWE slide, eine mechanische, daher ausgesprochen robuste Einfahrhilfe für Backwagen, die es bei der 3-Wagen-Variante serienmäßig und beim 2-Wagen-Modell als Option gibt - so liest sich die Liste der Verbesserungen am MIWE thermo-static im Stenogramm. Aber damit nicht genug. Ein optionales Cool-down-System erlaubt dem Bäcker, den systemtypisch langsamen Temperaturabfall zu beschleunigen (das dabei gewonnene Warmwasser lässt sich Kosten sparend an anderer Stelle weiterverwenden). Und schließlich der neue Schwadenapparat mit seiner kurzen Erholzeit von gerade mal 12 Minuten, der schwadensattes Schuss-auf-Schuss-Backen erlaubt und, da er als Wechselpatrone konzipiert ist, im Bedarfsfall auch (rel.) einfach ausgetauscht werden kann, was den Wartungsaufwand auf ein Minimum reduziert.
Bei den Backstationen kommt seit 2009 richtig Farbe ins Spiel. Sowohl der MIWE aero als auch den MIWE condo und den MIWE econo gibt es jetzt auch in einer ganzen Reihe von Farbvarianten. Das MIWE FreshFoodSystem hat ebenfalls Erweiterung erfahren: Den MIWE cube:air gibt es jetzt auch für 5 Bleche, und für besonders heiße Aufgaben (z.B. das Backen von Pizza) ist als neues Systemmodul der MIWE cube:fire auf den Weg gekommen.
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MIWE Geschäftsbericht 2009: Solide die Krise gemeistert |
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