Von den vielen großen Projekten, die MIWE 2007 gewinnen konnte, seien drei Referenzbetriebe stellvertretend genannt: So hat die französische Groupe Holder einen Etagenbackofen MIWE thermo-express, Backnutzfläche 43 m², mit Beschickungs- und Entladesystem MIWE athlet erworben. Darüber hinaus stattet die zur Gruppe gehörende internationale Filialkette „Boulangerie Paul" ihre Standorte mit Backöfen des Typs MIWE electro und MIWE condo aus. Drei große Durchlaufbacköfen MIWE thermo-rollomat konnte MIWE an Penam liefern, einen der beiden größten Backwarenhersteller Tschechiens. Von der Gellertstadt Backwaren GmbH in Hainichen wurde MIWE mit der Planung des Bäckereineubaus beauftragt, geliefert wurde die gesamte Backnutzfläche vom Durchlaufbackofen über die Stikkenbacköfen MIWE roll-in bis hin zur kompletten Kältetechnik.
Geschäftsfelder
MIWE konzentriert sich mit den drei Geschäftsfeldern Backofenbau, Bäckerkältetechnik und Automatisierungstechnik ganz auf die klimatisierenden Prozesse in der Bäckerei und deren reibungslose Verkettung. Mit der Mehrheitsbeteiligung an MIWE Bräunlingen (ehemals erka Maschinenbau GmbH) hat MIWE neben dem Hauptsitz Arnstein und der Produktion in Meiningen einen dritten Produktionsstandort hinzugewonnen. Derzeit sind dort 36 Mitarbeiter beschäftigt, die sich dem Fertigungsschwerpunkt für hochwertige automatische Gäranlagen sowie Belade- und Fördertechnik widmen, der das Produktportfolio in der Automatisierungstechnik überzeugend abrundet.
Weitere Internationalisierung
Bei MIWE ist man sich seiner Ursprünge und seiner Verwurzelung in der deutschen Backtradition sehr wohl bewusst und hat es verstanden, seine Marktanteile hierzulande auszubauen und zu festigen. Dennoch sind die Wachstumspotentiale, die das Unternehmen auf seinem Weg in eine erfolgreiche Zukunft braucht, mittlerweile vor allem in den internationalen Märkten zu finden. Die Erschließung weiterer internationaler Märkte, von MIWE frühzeitig vor Jahren schon auf den Weg gebracht, war daher eines der Hauptmerkmale des Berichtszeitraums. Der Exportanteil überschritt 2007 knapp die 50-%-Marke.
Dabei hat sich Osteuropa, vor allem Russland, längst als einer der vielversprechendsten Wachstumsmärkte erwiesen. Die Umsätze dort sind seit dem Markteintritt von MIWE kontinuierlich gestiegen und haben im Jahr 2007 erstmals die Marke von ca. 7 Mio. Euro überschritten. Der wachsenden Bedeutung des russischen Marktes und den Veränderungen in der russischen Bäckereilandschaft trug man bei MIWE unter anderem durch eine Moskauer Seminarreihe Rechnung, die die unterschiedlichen Verfahren der Teigführung im Zusammenhang mit den auch in Russland mehr und mehr verbreiteten Ladenbacköfen zum Thema hatte. Durch gezieltes Marketing und Kommunikation hat MIWE in Russland ein sehr gutes Standing erreicht und einen herausragenden Ruf erworben. MIWE Australia wurde 2007 als wichtiger Stützpunkt und als Bindeglied zu den asiatischen Märkten weiter ausgebaut, der nordamerikanische Markt durch MIWE USA mit neuen Produkten erfolgreich bedient.
Die fortschreitende internationale Ausrichtung des Unternehmens zeigt sich auch an den bedeutenden Messen, auf denen MIWE im Jahr 2007 teilgenommen hat: Von der Internorga in Hamburg über die IBIE in Orlando und die Südback in Stuttgart bis hin zur Modern Bakery in Moskau reicht das Spektrum der großen internationalen Messen. Auf der Internorga, die mit so vielen Fachbesuchern und Ausstellern wie noch nie den Aufschwung im Außer-Haus-Markt dokumentierte, traf MIWE vor allem mit dem neuen MIWE cube die Erwartungen des Publikums. Der MIWE cube ist ein modulares Frischebacksystem mit mehreren Backkomponenten, das allen Backenden auf einfache und universelle Weise den Zugang zum Wachstumsmarkt Snacks eröffnet.
Auf der Südback in Stuttgart wurde daneben der Stikkenbackofen MIWE roll-in mit der neuen Touch Control MIWE TC präsentiert, der auch in Moskau von vielen Besuchern als das Highlight der Messe aufgenommen wurde. Speziell für den nordamerikanischen Markt und seine individuellen Anforderungen entwickelt und erstmals in Orlando präsentiert wurde der Stikkenbackofen MIWE lift-in (mit hängendem Stikken). Das Ziel der Messeauftritte, die Vertiefung der Marktbedeutung in den jeweiligen Märkten und Segmenten, sei erreicht worden, heißt es aus Arnstein.
Innovationen
Mit einer Reihe von wegweisenden Neuerungen hat MIWE seine Rolle als treibender Innovator unter den Bäckereianlagenherstellern erneut unter Beweis gestellt. Besondere Beachtung beim Fachpublikum fand die neue Steuerung MIWE TC, mit der nach dem Stikkenbackofen MIWE roll-in die Ladenbackstation MIWE aero und dann nach und nach alle computergesteuerten Produkte aus dem MIWE Sortiment ausgestattet werden. Mit ihrem großen, berührungssensitiven Farbdisplay, einer extra großen Start-Stopp-Taste und der Wahl zwischen einem aufs Wesentliche konzentrierten Easy-Modus und dem für Experten vorgesehenen Profi-Modus, bringt die neue Steuerung nicht nur modernste Computertechnik, sondern auch einfachste und klare Bedienkonzepte in Backstube und Laden.
Damit setzt MIWE erneut Maßstäbe für zeitgemäße Backofensteuerungen. Die vollgrafische Anzeige, die selbstverständlich auch Fremdsprachen und verschiedene Zeichensysteme (wie Kyrillisch) beherrscht, vereinfacht die Ofenbedienung dort, wo es am notwendigsten ist, und belässt gleichzeitig dem Profi alle Freiheiten, in die Abläufe jederzeit händisch einzugreifen. Eine USB-Schnittstelle für die Kommunikation nach außen ist gleich in die plane, hygienefreundliche Front integriert.
Neu im Programm ist auch der MIWE athlet S, eine Variante des Beschickungsroboters für den kleineren Betrieb, die das Werk Bräunlingen zum Portfolio beisteuert. Schließlich erhielt das Frischebacksystem MIWE cube mit dem MIWE cube : stone ein weiteres Backmodul: einen Etagenbackofen mit Steinplatte, der sich passgenau in das System einfügt und die Palette der abzubackenden Produkte nicht nur in Richtung Steinofenbrot, sondern auch hin zu Aufläufen und Überbackenem ausdehnt, was die Flexibilität des modernen Snackbäckers deutlich erweitert.
Investitionen
Auch 2007 hat MIWE einen siebenstelligen Eurobetrag in den weiteren Ausbau des Unternehmens und in die Sicherung der hocheffizienten Geschäftsprozesse in Produktion und Verwaltung investiert. Eine neue Laserzuschnittmaschine mit umfassender Zuschnittoptimierung nach dem Trumpf ‚synchro-Modell' brachte eine wirksame Kosteneinsparung im Werkstoffbereich mit sich. Das neue Verwaltungsgebäude, das neben Büro- auch Schulungsräume vorsieht, wurde 2007 termingerecht bezogen. Investiert wurde erneut in die weitere Modernisierung des IT-Umfeldes; im Rechenzentrum ist eine Systemumgebung geschaffen worden, die zuverlässig in die Zukunft führt, interne Kommunikationsflüsse beschleunigt und auch der wachsenden Bedeutung des Sicherheitsaspekts Rechnung trägt.
Als Investition in die Zukunft betrachtet man bei MIWE weiterhin die Aus- und Fortbildung der eigenen Mitarbeiter. 45 Auszubildende waren im Jahr 2007 bei MIWE beschäftigt, und wie schon in den Vorjahren konnte auch in diesem Jahr einer von ihnen die Auszeichnung als Kammersieger entgegennehmen. 95 % der Auszubildenden wurden am Ende ihrer Ausbildung ins Unternehmen übernommen. Neuerungen in der Berufsausbildung beobachtet man bei MIWE generell aufmerksam und engagiert: Der Standort Meiningen ist beispielsweise der erste Betrieb in Südthüringen, der zusammen mit dem Meininger Ausbildungszentrum für Kältemechatroniker dieses neue Berufsbild als Ausbildungsberuf anbietet. Darüber hinaus setzt MIWE angesichts des demographischen Wandels mit dem damit einhergehenden Fachkräftemangel entschlossen auf Personalentwicklung in den eigenen Reihen.
Der weiteren Stärkung des im Unternehmen gebündelten Know-hows und der Gewinnung besonders qualifizierter Fachkräfte dient die enge Kooperation mit Hochschulen. Mit der benachbarten Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und mit dem ICC-Spezialistenkreis um Prof. Dr.-Ing. Klaus Lösche von der Hochschule Bremerhaven ist der Kontakt sehr intensiv. Aus der Zusammenarbeit mit der Fachhochschule gingen neben sieben Diplomarbeiten mehrere gemeinsame Projekte zur Materialklassifikation mit insgesamt elf beteiligten Studenten hervor. Am Praxisforum der FH Würzburg-Schweinfurt beteiligt sich MIWE regelmäßig. Diese Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, den Informationsaustausch zwischen Unternehmen, Studenten und Professoren zu fördern.
Ausblick
Für das Jahr 2008 rechnet man bei MIWE mit einer weiteren Internationalisierung der Märkte und folgerichtig mit Zuwächsen beim Umsatz vor allem im Export, wobei nach wie vor Osteuropa und die USA eine wichtige Rolle spielen, daneben aber auch Asien und der arabische Raum stärkere Beachtung finden werden.
Insgesamt 30 Messen weltweit stehen 2008 auf dem Veranstaltungskalender des Bäckereianlagenbauers (darunter die Südback als nationaler Schwerpunkt). Auch die iba 2009 als größte internationale Messe der Branche wirft ihre Schatten schon voraus, erste Vorbereitungen laufen.
Mit Angaben zu den geplanten Produktneuheiten hält man sich in Arnstein vorerst noch etwas bedeckt. In allen Geschäftsbereichen laufen vielversprechende Entwicklungsprozesse mit Schwerpunkt unter anderem auf Energiesparen und dem Fokus auf markt- und kundenspezifische Lösungen.
Insgesamt sieht sich das Unternehmen für die Anforderungen der Zukunft bestens vorbereitet. Und mit einem gut gefüllten Auftragsbuch auch wirtschaftlich nachhaltig auf Erfolgskurs.