Geschäftsbericht 2006

Innovationen, Investitionen und weitere Internationalisierung

Als Bäckereianlagenbauer, der aus Stabilitäts- und Hygienegründen in großem Umfang hochwertige Edelstahlsorten verarbeitet, haben wir die dramatischen Preissteigerungen am Stahlmarkt mit einiger Sorge und mit behutsamen Korrekturen unserer Ertragserwartung zur Kenntnis nehmen müssen. Dass wir 2006 dennoch als ausgesprochen erfolgreiches Jahr abschließen können, verdanken wir den im Gegenzug deutlich gestiegenen Umsätzen. Mit einer Palette innovativer Spitzenprodukte, der weiteren Festigung unserer internationalen Präsenz und einer vorausschauenden Investitionspolitik sind wir bestens gerüstet für die Zukunft. In dieser Auffassung sehen wir uns unter anderem dadurch bestätigt, dass sich auch 2006 mehrere namhafte Partner - unter ihnen die Martin Braun Backmittel und Essenzen KG - nach einem gründlichen Auswahlprozess für MIWE Equipment entschieden und unsere Führungsrolle so mit Nachdruck bestätigt haben.

Internationalisierung
Auch wenn wir uns der deutschen Brotkultur in ganz besonderer Weise verpflichtet und verbunden fühlen: Substanzielle Wachstumspotentiale, wie wir sie zur Sicherung unserer Zukunft brauchen und suchen, finden wir vor allem in den internationalen Märkten. Daher haben wir schon frühzeitig mit dem Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen internationalen Vertriebsstruktur begonnen. 2006 haben wir mit MIWE Australien einen neuen Stützpunkt gegründet, der einen an sich schon sehr interessanten neuen Markt erschließt und darüber hinaus auch durch seine Nähe zum südostasiatischen Wirtschaftsraum für unsere Planungen strategische Bedeutung hat. Unser Entrée „down under" ist in vielfacher Hinsicht bemerkenswert erfolgreich verlaufen: Wir haben auf Anhieb unsere Umsatzerwartungen übertreffen können und sind schon bei der ersten Messe, auf der wir präsent waren, der ICTF in Sydney, mit einem Preis für den besten Messestand ausgezeichnet worden.
Auch in anderen internationalen Märkten ist es uns gelungen, unsere Marktstellung zu festigen und weiter auszubauen. An erster Stelle sind hier MIWE USA und die osteuropäischen Märkte als Leistungsträger zu nennen. Unser Exportanteil hat zwischenzeitlich die 50%-Marke.

Innovationen
Auch einige der Innovationen, die wir 2006 der Fachwelt vorgestellt haben, sind eine klare Antwort auf die wachsende Bedeutung der internationalen Märkte. So ist z.B. mit dem MIWE lift-in ein Stikkenofensystem speziell für die Anforderungen des nordamerikanischen Marktes entwickelt worden. Auch der MIWE condo als Allround-Etagenbackofen für Bäckerei, Laden und Gastronomie steht jetzt in einer amerikanischen Version zur Verfügung. Das Grundkonzept und die Produktpalette des MIWE service wurden komplett überarbeitet und dabei auch mit Blick auf die Globalisierung der Märkte optimiert.
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft die Erweiterung der Teigführungskonzepte, die MIWE als Komplettanbieter für alle klimatisierenden Prozessstufen der Bäckerei - von der Backstube bis hin zum Sicht- und Duftbacken - sowohl apparativ als auch technologisch unterstützt. Auf der IBA 2006 stellte MIWE erstmals das smartproof™-System vor, das speziell für solche Bäcker gedacht ist, die Wert auf herausragende Produktqualität legen und die diese Qualität reproduzierbar und einfach auch bei großen Stückzahlen und zahlreichen Filialen realisieren wollen. Anlagentechnisch ist das System rund um den Schockfroster MIWE SF-D aufgebaut, technologisch handelt es sich um eine innerhalb eines genau eingegrenzten Temperaturbereichs operierende Langzeitführung, mit der sich bis zum Abbacken Zeiträume von maximal 36 Stunden überbrücken lassen. Maximale Qualitätsausbeute bei minimalem Raumbedarf, geringe Investitionskosten, niedrige Betriebskosten (da das Verfahren trotz seines weit gesteckten Zeithorizonts ganz ohne Frostung auskommt), einfachste Expedition ohne aufwändige Kühlung in Fahrzeug oder Laden, zuverlässige Reproduzierbarkeit auch bei größten Teigmengen - all dies zeichnet das neue Verfahren aus.
Andere Innovationen unterstützen die Bäcker bei den rasanten Veränderungen in ihren Märkten. Ganz gegen den allgemeinen Trend haben es die Bäckereien geschafft, ihre Anteile am Außer-Haus-Verzehr in den zurückliegenden Jahren deutlich zu steigern. Die kleine Mahlzeit zwischendurch ist in vielen Filialen längst ein bedeutsamer Umsatzträger - und das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Genau für diese Aufgaben gedacht ist das Frischebacksystem MIWE cube, das auf einer einheitlichen Plattform verschiedene Backkammertypen und die zugehörigen Lager- und Kühlkomponenten bietet, die untereinander praktisch beliebig kombiniert werden können. Damit lassen sich für jedes Umfeld und alle Back-Aufgaben ganz individuelle Frischebackstationen konfigurieren, die außer in der Bäckerfiliale auch in angrenzenden Umgebungen, von der Gastronomie über das Catering bis hin zum Convenient Food, ihren Platz finden werden. Die Bäcker schätzen an dem neuen System vor allem seine Flexibilität: Niemand weiß heute genau, wohin die Fresh-Food-Reise beim Außer-Haus-Verzehr geht. Ein variables System wie der MIWE cube zeigt sich in dieser Situation als ideale Lösung, die alle Wege offen lässt.
Weitere Neuerungen runden das Jahresprogramm ab. Der Thermoöl-Backofen MIWE thermo-static wird neuerdings auch mit einem Steinplattensystem angeboten, der Beschickungsroboter MIWE athlet wurde um die Komponenten take-it und pick-up erweitert, die das sichere Ausbacken bis in die letzten Winkel des Backofens bzw. die komfortable, direkte Teiglingsübernahme von Dielen noch einmal erleichtern.

Investitionen
Auch im Jahr 2006 haben wir unsere bewährte Strategie einer zukunftsweisenden Investitionstätigkeit fortgesetzt. Klassische Investitionen wie der umfangreiche Neubau eines Bürogebäudes, der 2006 in Angriff genommen wurde, dienen dem Ziel, die wachsenden Herausforderungen besser meistern zu können. Der Neubau wird zusätzlichen Raum schaffen und darüber hinaus unsere Bemühungen unterstützen, mit klaren Strukturen und kurzen Wegen die Leistungsfähigkeit des Unternehmens weiter zu steigern. Auch in den Maschinenpark - bei MIWE ohnehin von jeher auf dem neuesten Stand - und in die für erfolgreiche Innovationsschritte so wichtige CAD-gestützte Konstruktion haben wir erhebliche Beträge investiert.
Eine Investition ganz anderer, aber ebenfalls zukunftsweisender Art sehen wir in unseren Bemühungen um eine verbindliche Definition der Vision und Ziele unseres Unternehmens, die wir 2006 erarbeitet und auf den Weg gebracht haben. Sie sind uns auf allen Ebenen und in allen Bereichen verlässliche Orientierung und wegweisender Handlungsrahmen.
Als eine besonders wertvolle Investition betrachten wir die Ausbildung von 45 jungen Menschen, die in unserem Unternehmen einen Beruf erlernen (und dabei in Prüfungen immer wieder einmal als Jahrgangsbeste auffallen). Mit ihnen zusammen sind derzeit rund 680 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei MIWE beschäftigt, 120 davon im Werk Meiningen. MIWE gilt seit jeher als Unternehmen, das sich vorbildlich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmert. Unsere freiwilligen Leistungen wurden daher auch 2006 gewährt.

Ausblick
Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, nicht zuletzt dank eines sehr erfolgreichen Auftritts auf der IBA 2006, deren nachhaltige Wirkung uns noch bis weit in das Jahr 2007 hinein beschäftigen wird. Mit der SIAB in Verona, der IBIE in Orlando und der Modern Bakery in Moskau stehen weitere bedeutende Messen vor der Tür.
Mit der Integration der Bräunlinger erka Maschinenbau GmbH, die wir zum 1. März 2007 mehrheitlich übernommen haben, runden wir unser Spektrum als Komplettanbieter für alle klimatisierenden Prozesse in der Bäckerei und deren Verknüpfung schlüssig weiter ab. erka ist ausgewiesener Spezialist für Beschickungs-, Transport- und Fördertechnik und damit eine ideale Ergänzung, weil wir so die einzelnen Funktionsbausteine in der Backstube nun auch optimal verbinden und damit genau die komplett integrierten Systemlösungen aus einer Hand anbieten können, die der Markt heute von uns verlangt.